Jeder Moment ist Leben und Tod. Es ist Verlauf des Lebens selbst – Sterben ist ein Teil des Lebens. Der Mensch, der festhält, wenn er sehr besitzergreifend ist, gierig, egoistisch, wenn er aggressiv ist, muss in die Natur des Todes eingeweiht werden.
Nur ein Mensch, der den Tod fürchtet, hängt zu sehr am Leben. Aber die Ironie liegt darin, dass er, selbst wenn er zu sehr am Leben hängt, doch nicht erkennen kann, was das Leben ist. Das Festhalten am Leben verhindert, das Leben zu verstehen. So ein Mensch bleibt in einem tiefen Mißverständnis. Das ist die endgültige Lektion.
Im hinduistischen Tantrismus finden sich viele Beispiele für die Beziehung des Todes zur Funktion des Heilens.
Kurosh Seghatolesami
Nov. 2004, Wien
