Das Denken geht nur in die Vergangenheit zurück, denn es hält sich nur an die Erfahrungen, die hinter ihm liegen. Denken macht das vergangene unvergesslich, als Erfahrung, als Überlieferung, als Tradition, als Erinnerung. Aber das Leben ist momentan. Wird das Denken der Mittelpunkt des Daseins, wird so ein Mensch allmählich taub und blind.
Natürlich können wir nicht miteinander reden oder unsere Arbeit verrichten, wenn wir nicht denken würden. Da ist wissen notwendig. Aber das Denken sollte seinen Platz, welchem ihm gebührt, nicht verlassen. Dem Denken gebührt kein Platz beim aufbau der psychologischen struktur des Ich, das etwas werden will – oder nichts werden will.
Solange ein falsches Zentrum im Menschen besteht, das Wissen ansammelt und ständif im Werden ist, ist dieses Zentrum die Essens des Denkens. So ein Mensch ist in der psychologischer Struktur, die de Gedanke aufgebaut hat, befangen und kann sich unmöglich weiterentwickeln.
Der Mensch kann sich selber betrügen, er kann in Illusion leben. So ein Mensch lebt in der Gewalt der Vergangenheit und verpasst das Wesentliche im Leben. Seine Handungen gründen auf Wertvorstellungen, die das Ergebniss des Denkens sind.
Kurosh Seghatolesami
Jul. 2005, Wien
