Wenn man sein Leben total schön auslebt, ohne Ängste, ohne Verbote, ohne Unterdrückung und ungehindert, dann wird der Tod, der Ursprung, die Offenbarung sehr schön sein. Da der Mensch sowohl in den Kulturen wie auch als Einzelwesen nach größerem Bewusstsein strebt, sitzt ihm die Angst, von diesem dunklen Urgrund, aus welchem er gerade kommt, ständig im Nacken.
Leben ist ohne Urvertrauen nicht möglich. Aus ihm wächst der Mut zum Risiko, welches am Beginn jedes Lebensvollzugs steht. Je größer das Urvertrauen, umso größer die Fähigkeit zur Lebensgestaltung und Sinneserfüllung. Hier besteht ein direkter Zusammenhang in der Proportion. Umgekehrt entwickelt der Mensch umso mehr Schutzmechanismen und nimmt sich umso mehr zurück, je mehr das Urvertrauen zum tragenden Grund erschüttert ist.
Ohne Tod ist kein Leben möglich. Das Leben kann ohne den Tod nicht existieren. Es ist der Tod, der uns auf das Leben vorbereitet. Man sollte nur dem Tod erlauben, Besitz von uns zu ergreifen, vieles zu heilen. Denn Leben und sterben können nur zusammen kommen.
Kurosh Seghatolesami
Nov. 2004, Wien
